Wenn die Wintermonate in Europa grau und frostig werden, entfaltet Jordaniens legendäre Felsenstadt ihre schönste Seite. Im Januar herrschen in Petra angenehm milde Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad – perfekt für ausgedehnte Erkundungstouren ohne die sengende Hitze des Sommers. Die Besucherzahlen sinken deutlich, was bedeutet, dass ihr das UNESCO-Weltkulturerbe nahezu ungestört erleben könnt. Ein verlängertes Wochenende reicht aus, um in die faszinierende Welt der Nabatäer einzutauchen und gemeinsam unvergessliche Momente zwischen jahrtausendealten Monumenten zu erleben.
Die Magie der rosaroten Felsenstadt
Der erste Anblick des Schatzhauses, wenn ihr durch die enge Siq-Schlucht hindurchgeht und plötzlich die in den Fels gemeißelte Fassade vor euch auftaucht, gehört zu jenen Reiseerlebnissen, die sich für immer ins Gedächtnis einbrennen. Das warme Licht des Januars lässt die Sandsteinformationen in allen erdenklichen Rosé-, Orange- und Rottönen leuchten. Diese natürliche Farbenpracht verändert sich stündlich mit dem Sonnenstand und schafft eine beinahe mystische Atmosphäre.
Die antike Stadt erstreckt sich über eine weitläufige Fläche, und hinter dem berühmten Schatzhaus beginnt das Abenteuer erst richtig. Hunderte von Grabfassaden, ein beeindruckendes Theater und monumentale Tempel warten darauf, gemeinsam erkundet zu werden. Nehmt euch Zeit für den Aufstieg zum Kloster Ad Deir – die etwa 800 Stufen mögen herausfordernd klingen, doch die Ausblicke und das gewaltige Monument am Ende machen jede Anstrengung mehr als wett.
Sehenswürdigkeiten abseits der Hauptrouten
Während die meisten Besucher sich auf die Hauptattraktionen konzentrieren, lohnt sich ein Abstecher zu den weniger frequentierten Pfaden. Der Hohe Opferplatz bietet spektakuläre Panoramen über die gesamte Anlage und das umliegende Wadi-Tal. Der Aufstieg über alte Steinstufen dauert etwa 45 Minuten, und oben angekommen habt ihr die Möglichkeit, die ausgeklügelten rituellen Anlagen der Nabatäer zu bestaunen.
Ein weiteres Highlight ist die Wanderung durch das Wadi Farasa, das zu einem beeindruckenden Gartengrab und spektakulären Aussichtspunkten führt. Diese Route ist selbst in der Nebensaison erstaunlich ruhig und ermöglicht intime Momente zwischen den antiken Ruinen. Plant mindestens zwei volle Tage für die Erkundung Petras ein – die archäologische Stätte ist weitaus größer als die meisten zunächst annehmen.
Praktische Tipps für die Anreise und Fortbewegung
Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich in Amman, von wo aus regelmäßige Busse nach Wadi Musa fahren, dem modernen Ort direkt am Eingang zu Petra. Die Fahrt dauert etwa drei Stunden und kostet um die 8 Euro pro Person. Alternativ könnt ihr euch mit anderen Reisenden ein Sammeltaxi teilen, was mit etwa 12 Euro pro Person zwar etwas teurer ist, aber flexibler und komfortabler sein kann.
Innerhalb der archäologischen Stätte bewegt ihr euch zu Fuß – bequeme Wanderschuhe sind unerlässlich. Zwar bieten lokale Anbieter Esel-, Pferde- oder Kamelritte an, doch zu Fuß erlebt ihr die Atmosphäre am intensivsten und könnt jederzeit für Fotos anhalten. Der Eintrittspreis für ein Zweitagesticket liegt bei etwa 85 Euro pro Person, was zunächst stolz erscheint, aber angesichts der Einzigartigkeit der Stätte gerechtfertigt ist. Ein Tagesticket kostet rund 70 Euro.
Budgetfreundliche Unterkunftsmöglichkeiten
Wadi Musa bietet eine breite Palette an Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Kleine familiäre Pensionen mit sauberen, einfachen Zimmern und eigenem Bad findet ihr bereits ab 25 bis 35 Euro pro Nacht. Viele dieser Unterkünfte liegen am Hang mit herrlichem Blick über das Tal und bieten ein kostenloses Frühstück an – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, der euch jeden Morgen ein paar Euro spart.
Wer noch günstiger reisen möchte, findet gemütliche Herbergen mit Gemeinschaftsräumen und der Möglichkeit, andere Reisende kennenzulernen. Ein Bett im Mehrbettzimmer gibt es bereits ab 12 Euro, Doppelzimmer ab etwa 20 Euro. Bucht direkt bei der Unterkunft nach oder über Vergleichsportale – im Januar sind die Preise merklich niedriger als in der Hochsaison.
Kulinarische Entdeckungen ohne Luxuspreise
Die jordanische Küche ist reichhaltig, schmackhaft und erfreulich erschwinglich. In den zahlreichen kleinen Lokalen entlang der Hauptstraße von Wadi Musa könnt ihr authentische Gerichte wie Mansaf, das Nationalgericht aus Lammfleisch mit Reis und Joghurtsauce, für etwa 6 bis 8 Euro genießen. Mezze-Platten mit Hummus, Baba Ghanoush, Falafel und frischem Fladenbrot kosten zwischen 4 und 6 Euro und reichen problemlos für zwei Personen.
Besonders empfehlenswert sind die einfachen Grillrestaurants, wo ihr frisch zubereitete Kebabs und gegrilltes Gemüse für 5 bis 7 Euro pro Person bekommt. Für ein romantisches Abendessen zu zweit solltet ihr mit etwa 20 bis 25 Euro rechnen, inklusive Getränken. Alkohol ist in Jordanien zwar erhältlich, aber deutlich teurer – ein lokales Bier kostet etwa 4 Euro.
Innerhalb der Petra-Anlage gibt es mehrere einfache Cafés, die Sandwiches, Snacks und Getränke anbieten. Die Preise liegen hier naturgemäß höher als außerhalb, doch mit etwa 3 bis 5 Euro für ein Sandwich bleibt es im Rahmen. Praktischer ist es jedoch, morgens ein Lunchpaket aus eurer Unterkunft mitzunehmen oder euch in Wadi Musa bei einem der kleinen Supermärkte mit Proviant einzudecken.
Die beste Tagesplanung für Verliebte
Startet früh am Morgen, wenn das goldene Licht die Felsen in warme Farben taucht und die Temperaturen noch angenehm kühl sind. Der offizielle Einlass beginnt um 6 Uhr – nutzt diese Zeit, um das Schatzhaus fast menschenleer zu erleben. Die morgendliche Stille verstärkt die mystische Atmosphäre und bietet perfekte Bedingungen für Erinnerungsfotos ohne fremde Menschen im Hintergrund.
Verbringt den Vormittag mit der Erkundung der Hauptsehenswürdigkeiten und nehmt euch am Nachmittag einen der anspruchsvolleren Wanderwege vor. Die milden Januartemperaturen ermöglichen ganztägige Aktivitäten ohne die Erschöpfung, die im Sommer unweigerlich einsetzt. Plant Pausen ein, setzt euch auf alte Steinstufen und lasst die Atmosphäre auf euch wirken – Petra ist kein Ort für gehetztes Sightseeing.
Gegen späten Nachmittag, wenn die tief stehende Sonne die Felsformationen in intensives Rot taucht, bietet sich ein zweiter Besuch beim Schatzhaus an. Das Abendlicht kreiert eine völlig andere Stimmung als am Morgen und schenkt euch neue fotografische Perspektiven.
Zusätzliche Erlebnisse in der Umgebung
Falls ihr nach zwei Tagen in Petra noch Zeit habt, lohnt sich ein Ausflug nach Little Petra, einer kleineren nabatäischen Stätte etwa zehn Kilometer nördlich. Der Eintritt ist kostenlos, und die gut erhaltenen Fresken in einigen Höhlen gehören zu den wenigen erhaltenen nabatäischen Wandmalereien. Ein Taxi dorthin kostet etwa 5 bis 7 Euro für die einfache Fahrt.
Die Wanderung vom Little Petra durch das Wadi zurück zur Hauptstadt bietet spektakuläre Ausblicke und führt durch dramatische Schluchten. Diese Route nehmen nur wenige Besucher, sodass ihr die Landschaft in völliger Ruhe genießen könnt. Plant etwa drei Stunden für diese Wanderung ein und startet früh am Morgen.
Ein verlängertes Wochenende in Petra im Januar verbindet kulturelle Tiefe mit Abenteuer und romantischer Atmosphäre. Die Kombination aus angenehmen Temperaturen, niedrigen Besucherzahlen und erschwinglichen Preisen macht diesen Monat zur idealen Reisezeit für Paare, die gemeinsam eines der beeindruckendsten Weltwunder erkunden möchten, ohne dabei ihr Budget zu sprengen.
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